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Vinschgau
Die erlöste Sennerin
Es war im Herbst, als die Senner mit dem Vieh schon im Tal waren, und auf der
Grauner Alm eines Abends zwei Jäger übernachteten. Um Mitternacht kam plötzlich eine Sennerin in die Hütte, machte Feuer und setzte Wasser auf, in welches sie zusammengekratzte Asche warf.
Als das „Mus“ fertig gekocht war begann sie zu essen und lud die
zwei Jäger ein mitzuessen. Angesichts der Zutaten war diesen jedoch der Appetit vergangen. Nach mehrfachem Betteln der Sennerin setzten sie sich aber dann doch an den Tisch und begannen zu essen. Sie staunten nicht schlecht: das grauschwarze Mus schmeckte vorzüglich. Nachdem die beiden alles aufgegessen hatten wurde die Sennerin plötzlich ganz weiß.
Sie bedankte sich bei den zwei Jägern für ihre Erlösung und erzählte, dass sie bereits zu Lebzeiten auf dieser
Alm Sennerin gewesen sei. Dabei habe sie jedoch viel
Milch und Butter verschwendet und musste deshalb dafür büßen und als Geist hier leben. Weil nun aber die Jäger ihr Mus gegessen haben, sei sie erlöst worden. |
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